Autor: Damon Whitehead

Genre: Mystery (Horror/Thriller)

Format: E-Book und Print

 

Als E-Book erhältlich bei Amazon, iTunes, Weltbild, Thalia usw..

 

Erscheinungstermin Paperback: 15.05.

Umfang ca. 350 Seiten

 

 

 

 

 

 

Klappentext:

 

Man sagt, das Institut existiere seit Anbeginn der Zeit, aber niemand weiß Genaues ...

 

Raul Brscinski liebt das Töten. Und dabei ist er nicht allein. Begleitet von seinem fiktiven Freund Jack, der den unschuldigen Jungen einstmals lehrte, zu tun, was ein Serienmörder nun mal tun muss, verliert er sich mehr und mehr in einen blutigen Rausch. Den Leser erwartet eine mysteriöse, gnadenlose Reise - vom liebenswerten Kind zum eiskalten Killer.

 

Mystery-Horror, gepaart mit schwarzem Humor - fantasievoll, brutal und makaber - ein echter Damon Whitehead.

Leseprobe:

 

Sie dirigierten Raul in den hinteren Bereich des Steinbruchs, zu dem halb verfallenen Gebäude, in dem sich einst das Büro des Direktors befand. Gemeinsam überwanden sie Schutt-, Sand- und Kieshaufen und erreichten eine wurmstichige Betontreppe, die in eine Art Kellerlabyrinth hinabführte.

Unten angekommen zündete Ralf eine Petroleumlampe an und zeigte stolz in den finsteren Korridor. »Das ist unser Clubhaus.«

Er ging voraus und sie gelangten in ein geräumiges Gewölbe. Ralfs Lampe tauchte es in ein notdürftiges Licht.

Raul ließ seine Blicke schweifen und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein Raum voller Wunder! Manche davon lagen weitgehend im Schatten, andere riss die flackernde Flamme aus der Dunkelheit. Verrostete Artefakte, unbrauchbare Maschinen, Staub, Geröll, Tierkot, Kadaver, Plastikfetzen, Ketten, Sand, ein Autowrack, verbogenes Werkzeug, Koffer, unvollständige Schaufensterpuppen und viele unterschiedliche Möbel. Alles war mit einer dicken Staubschicht überzogen.

»Mir nach«, sagte Ralf, ging langsam um die aufgehäuften, vergessenen Objekte herum, durchquerte schmale, dazwischenliegende Gassen und verschwand schließlich hinter einer schäbigen rustikalen Eichenholzschrankwand.

Raul und die drei Haudegen folgten ihrem Anführer und dem geisterhaften Licht, das die Petroleumlampe in dem Kabinett verbreitete. Raul beschloss, jeden einzelnen Gegenstand einer genauen Untersuchung zu unterziehen, sobald er der Bande angehörte. Ralf hätte sicher nichts dagegen.

»Oh«, rief Raul erstaunt, als er erkannte, was sich hinter der hölzernen Abtrennung befand.

Vor ihm lag ein kleines freies Areal, das ungefähr die Maße seines Kinderzimmers besaß. In dessen Mitte stand Ralf Schröter. Er lehnte an einer Art Stuhl, der wie der Urvater aller unbequemen Sitzmöbel wirkte. Rein gar nichts lud den Betrachter ein, sich darauf niederzulassen. Die Rückenlehne wuchs weit über den Kopf hinaus. An den klobigen Armlehnen und Beinen baumelten Ledergurte. Sie ähnelten kurzen Gürteln mit rostigen Schnallen.

»Was ist das?«, fragte Raul.

»Deine Mutprobe. Du setzt dich einfach hier hin. Und nach einer halben Stunde bist du einer von uns.« Ralf klopfte selbstgefällig auf die hohe Lehne.

Zögernd trat Raul näher. »Nur sitzen?«

Die drei restlichen Haudegen hinter ihm brachen in schallendes Gelächter aus.

Ralf gab den anderen Bandenmitgliedern einen knappen Wink. Als deren kräftige Hände unerbittlich zupackten, wurde Raul langsam klar, worüber sie sich so amüsierten. »He, was macht ihr?«, rief er.

»Wirst du schon noch früh genug sehen. Haltet ihn gut fest.« Ralf ging um den seltsamen Stuhl herum, den triumphierenden Blick auf den kleinen, hilflos zappelnden Jungen geheftet.

»Halt still, Schwulinski!«, zischte der linke Häscher.

»Höhöhö«, grölten die anderen Jugendlichen.

Ralf packte Raul an dessen T-Shirt. »Das wird dir gefallen«, feixte er und hielt plötzlich ein Messer in der rechten Hand.

Raul riss die Augen auf, schrie los und versuchte verzweifelt, sich aus der Umklammerung zu befreien. Doch er war viel zu schwächlich, um gegen die Kraft der Älteren anzukommen.

»Du kannst krakeelen, soviel und so laut du willst. Hier unten hört dich niemand.«

»Jack!«

»Wer ist Jack?«, fragte Ralf ohne wirkliches Interesse. Mit einer schnellen Bewegung zerschnitt er Rauls T-Shirt. Dann zog er die Fetzen herunter und entblößte die schmale Brust des Achtjährigen. »Hoho, seht euch die Hühnerbrust an«, grunzte er anschließend, während seine Miene sich immer mehr in eine böse, sadistische Fratze verwandelte.

»Lasst mich!«, schrie Raul und bäumte sich krampfhaft auf.

»Halt endlich still, Schwulinski!« Ralf holte aus und schlug dem Jungen die flache Hand ins Gesicht.

Dessen Kopf flog zur Seite und Blut schoss aus der Nase.

»Hahaha«, grölten die Haudegen.

Sie trugen Raul hinüber zu dem Stuhl und banden ihn an Armen und Beinen fest.

»Bitte, lasst mich gehen.«

Dem hilflosen Jungen kamen die Tränen, doch Ralf hob sein Messer.  Rauls Augen traten fast aus den Höhlen. Verzweifelt zerrte er an den Fesseln. »Nein, bitte ...«

»Halt still«, zischte Ralf.

Dann setzte er die Klinge am unteren linken Hosenbein an und schnitt es der Länge nach auf. Dabei ritzte er mehrmals die zarte Kinderhaut. Mit dem anderen Bein verfuhr er noch rücksichtsloser. Der Stahl fraß sich durch Stoff, Haut und Fleisch und zog eine blutige Spur bis hinauf zur Hüfte. Raul schrie vor Schmerzen und vergoss weitere Tränen.

»Memme.«

Ralf zog mit einem Ruck die Überreste der Hose herab. Dabei kamen Rauls blutverschmierte Beine zum Vorschein. Auf der Unterhose zeigte sich ein gelber Fleck, der langsam größer wurde.

»He, sieh mal. Er pisst sich ein, haha«, grölte einer der drei Handlanger.

Ralf grinste verächtlich. »Das tun alle.«

»Puh, wie das stinkt«, ertönte es von rechts.

Rauls Kopf sank hinab und er schniefte. Schlimmer konnte es nicht mehr kommen.

Wie sehr er irrte, erfuhr er wenig später.

Ralf warf die zerschnittene Jeans in eine dunkle Ecke, steckte das Messer weg, packte mit beiden Händen Rauls Unterhose und zog sie dem wimmernden Jungen bis über die Knie.

»Haha, seht euch sein Ding an«, höhnte er.

»Ja, was für ein mickriges Stück«, grölte einer der restlichen Haudegen.

»Sieht aus, wie ein Engerling«, meinte ein anderer und klopfte dem Kumpan lachend auf die Schultern.

»So, genug amüsiert«, fuhr Ralf böse dazwischen.

Raul hob den Kopf. Die Petroleumlampe stand genau zwischen ihm und seinen Peinigern. Das flackernde Licht tanzte auf deren Gesichtern und verwandelte sie in tierische Fratzen. Die Augen leuchteten in diabolischer Vorfreude.

Plötzlich rissen sie ihre Hände mit den Stöcken in die Luft und droschen auf den gefesselten Jungen ein. Hieb um Hieb landete auf dem nackten Körper. Überall bildeten sich rote Striemen. An manchen Stellen platzte sogar die Haut auf. Raul schrie vor Schmerzen und taumelte einer Ohnmacht entgegen.

»Stopp!«, ertönte da ein scharfes Kommando.

»Jack?«, flüsterte Raul.

»Jack? Wer soll das sein? Es ist niemand hier, der dich retten könnte.«

Raul keuchte. Er blinzelte, um besser sehen zu können, doch die Petroleumlampe blendete ihn. Er erkannte allenfalls verwaschene Schemen. Einer von ihnen löste sich vom Hintergrund und kam näher.

»Weißt du, was das ist?«, fragte Ralf und hielt etwas in die Höhe.

Es schien rechteckig zu sein. Ein leises Quieken ertönte, gefolgt von einem Kichern. Die anderen Jugendlichen traten ebenfalls näher an den Stuhl heran. Wohl, um alles genau beobachten zu können.

»Leck mich«, hauchte Raul. Tränen liefen ihm die Wangen hinab.

Ralf schob sich endgültig ins Licht. Nun konnte Raul erkennen, was er ihm zeigen wollte. Der Chef der Bande hielt einen Käfig in Händen. Darin wuselten drei Ratten hin und her. Sie wirkten struppig, nervös und hungrig.

»Nette Tiere. Ich lass sie dir aus lauter Freundschaft hier. Damit du Gesellschaft hast, wenn wir weg sind.«

Raul blickte entsetzt auf die haarigen Biester.

»Geil«, grölte einer der Haudegen.

Ralf platzierte den Käfig etwa zwei Schritte von Rauls Füßen entfernt auf den Boden. »Du wirst sie mögen«, höhnte er, als er die Klappe an dessen Vorderteil öffnete. Sofort schnüffelten die kleinen Nasen der Nagetiere los. Ihre listigen Augen fixierten Rauls blutige Beine. »Viel Spaß«, spottete Ralf Schröter zum Abschied und warf seinem Opfer einen höhnischen Blick zu. Dann nahm er die Lampe auf und die elende Truppe machte sich lachend auf und davon.

Der Raum versank in absoluter Dunkelheit.

Raul zerrte an den Riemen, warf sich im Stuhl hin und her und brüllte: »Hilfe!!!«

Doch nur das Piepsen der Ratten antwortete ihm.

»Lasst mich! Haut ab!«

Zu seinen Füßen raschelte es. Raul hielt erschrocken den Atem an und lauschte. Kleine Pfoten tappten über den verdreckten Beton. Mit Sicherheit nur Zentimeter von seinen nackten Zehen entfernt. War es so weit? Würden sie ihn nun fressen? Rauls Herz schlug wie rasend. Er schrie, bis ihm die Luft wegblieb. Wo waren die Bestien? Funkelten da nicht ihre boshaften Augen? Er horchte angestrengt in die Finsternis, aber außer dem Blut, das wild durch seine Adern rauschte, konnte er nichts mehr vernehmen.

 

 

 

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