Autor: Damon Whitehead

Genre: Endzeit-Horror

Format: E-Book

 

Überarbeitete Neuauflage!

Erhältlich bei Amazon, Thalia, Weltbild usw..

Klappentext:

 

Die Zombiekalypse hat Süddeutschland erfasst. Ganze Horden Menschen fressender Untoter durchstreifen das Land.
In dieser Zeit des Untergangs halten die Überlebenden nicht etwa zusammen. Rockerbanden terrorisieren und überfallen Gruppen, kleinere Siedlungen und Wanderer.
Auf ihrer Suche stoßen Susanne Haug und Gifford Kellermann auf eine Straßensperre des MC Scarface. Nur knapp entkommen sie den Nachstellungen der Biker und am Ziel ihrer Suche finden sie neue Rätsel und geraten in eine Falle.

ZOMBIEKALYPSE NOW - Band 7 - überabeitete Neuauflage / 2018

 

Hinweis: Alle Bände der Reihe ZOMBIEKALYPSE NOW können unabhängig voneinander gelesen werden.

Leseprobe:

 

Es schepperte laut. Etwas kam ums Haus herum. Kellermann? Sie beugte sich weiter über die Brüstung. Auf dem gepflasterten Weg näherten sich schnelle Schritte. Das metallische Klappern ertönte erneut. Es wurde von  leisem, vielstimmigen Stöhnen begleitet. Dann bog eine gebückte Gestalt um die Hausecke. Susanne erkannte Kellermann und dessen vor Aufregung gerötetes Gesicht. Er zog etwas hinter sich her. Zuerst konnte sie es nicht richtig erkennen. Es war etwa zwei Meter lang und wirkte schmal. Dann begriff sie, um was es sich handelte und traute kaum ihren Augen. Der verrückte kleine Mann schleifte eine Aluminiumleiter auf die Veranda. Energisch zerrte er daran herum.

"Giff?", flüsterte sie

Das begleitende Stöhnen wurde lauter. Untote?

Kellermann bugsierte währenddessen die Leiter unter den Balkon und klappte sie auf, sodass die beiden Trittelemente einen spitzen Winkel bildeten und sich die dazwischen befindlichen Haltebänder spannten. Doch das Metallkonstrukt reichte bei weitem nicht an den unteren Rand der Balkonbrüstung heran. Kellermann blickte nachdenklich hoch und entdeckte Susanne. Der Schweiß lief ihm in Strömen von der Stirn. Wie es aussah, musste er versuchen von ganz oben, stehend und mit ausgetreckten Armen, an die metallenen Streben zu gelangen. Mist.

Susanne hörte, wie er stoßweise keuchte. "Alles in Ordnung?", fragte sie besorgt. Der Ärger auf ihn hatte sich verflüchtigt. Sie war vielmehr froh, ihn zu sehen.

"Klar", ächzte er und winkte lässig ab. "Bloß die Leiter ist zu kurz", fügte er in Gedanken versunken hinzu.

"Giff!", rief Susanne Haug hastig, wobei sie aufgeregt mit den Armen fuchtelte. "Hinter dir!"

Kellermann schrak auf und drehte sich um. Soeben taumelten seine Verfolger um die Hausecke. Natürlich Untote!

"Scheiße", fluchte er.

Eine Horde uniformierter, übel zugerichteter Leichen kam direkt auf ihn zu. Ihre ockerfarbenen Hemden, kurzen Hosen und gestreiften Halstücher starrten vor Blut. Teilweise hingen sie ihnen bloß noch in Fetzen vom Leib. Susanne Haug riss die Augen auf. Die Pfadfinder-Meute bestand fast ausnahmslos aus Kindern. Die kleinen Monster stöhnten und gierten nach Kellermanns Fleisch. Zwei männliche Erwachsene führten die Rotte an, und immer noch wankten weitere Nachzügler um die Ecke. Nur wenige freie Meter trennten sie von ihrem Ziel.

"Giff!", rief Susanne Haug schrill, beugte sich vor und streckte den linken Arm aus.

"Bin unterwegs", antwortete Kellermann mit dünner Stimme.

Die kleinen blutverschmierten Münder der Zombie-Kinder klappten schmatzend auf und zu. Dutzende hungrige Blicke fixierten ihn aus eisigen toten Augen.

Kellermann riss sein Augenmerk von dem bluttriefenden Haufen und setzte einen Fuß auf die dritte Leitersprosse. Dann zog er sich rasch auf die nächste Stufe. Die ersten Verfolger erreichten die Leiter. Mit verfaulenden Fingern tasteten sie über die glatte Aluminiumoberfläche. Kellermann schnaubte und beeilte sich, hochzukommen. Plötzlich bekam jemand seinen linken Knöchel zu fassen. Ein schneller Blick nach unten. Oh, nein! Einer der erwachsenen Untoten zerrte gewaltsam und unerbittlich daran herum. Kellermann erschrak und rutschte kurz mit der rechten Hand ab.

»Verdammt!«, schrie er entsetzt auf.

Beim einem Absturz würde er direkt in die Horde hineinfallen und wäre verloren. Mit der Linken klammerte er sich verzweifelt an die Sprosse vor ihm und biss die Zähne zusammen. Sein Herz hämmerte.

»Scheiße!«, brüllte er weiter.

Panik machte sich breit. So durfte es nicht enden!

Kurzentschlossen löste er die Hände von der Sprosse und umfasste stattdessen den Rahmen der Leiter. Dann holte er mit dem anderen Bein aus und trat hart gegen die Hand des Untoten, die ihn unerbittlich umklammerte. Knochen knackten und Finger brachen. Der Pfadfinderführer stöhnte protestierend auf und dessen eiserner Griff löste sich. Kellermann stieß erneut zu und traf ihn mitten ins Gesicht. Die Nase gab mit einem harten Knacken nach. Der ehemalige Bürobote nutzte die Gelegenheit und sprang eine Sprosse höher. Dann kletterte er hastig weiter, bis zum Ende der Leiter. Oben angekommen, schwankend auf der letzten Stufe stehend, streckte er die Arme in die Luft.

Hilfsbereit beugte sich Susanne Haug über die Brüstung. Doch es reichte einfach nicht.

"Verdammt", fluchte Kellermann.

Die Untoten hatten ihn mittlerweile eingekesselt und drängten sich mit tastenden Händen um die Leiter, begleitet von einem unentwegten Stöhnen. Kellermann balancierte auf der obersten Trittfläche und stützte sich notdürftig unterhalb des Balkons fest. Der zweite erwachsene Zombie brachte die Haushaltsleiter bedenklich zum Schwanken, als er seinen Körper dagegenpresste. Er hob beide Arme und versuchte, das anvisierte Opfer zu ergreifen.

"Giff!", schrie Susanne Haug entsetzt auf.

"Das Seil!" Kellermann hielt mühsam die Balance und erwehrte sich so den faulenden Händen.

"Welches Seil?", rief seine Gefährtin hilflos.

"In meinem Rucksack!", antwortete Kellermann aufgeregt und krümmte Sekunden später den Rücken nach hinten.

Auf der zum Garten zugewandten Seite drückten die Zombies verstärkt gegen die Leiter und verlagerten so deren Schwerpunkt. Kellermann erschrak und ruderte panisch mit den Armen. Die Leiter neigte sich weiter und drohte zu kippen. Im letzten Moment packte er die metallene Aufhängung einer schweren Stahllampe, die unter dem Balkon befestigt war. Vor Anstrengung schwitzend klammerte er sich an das fest verschraubte Gestänge. Mit halbem Ohr hörte er, wie Susanne Haug ins Zimmer zurückrannte. Er hoffte, dass sie verstanden hatte, was er meinte. Lange würde er sich nicht mehr halten können, seine Armmuskeln erlahmten bereits. Mit den Beinen tarierte er tapfer die Leiter aus und hielt sie so mühevoll in der Senkrechten, gegen den Druck diverser Leiber.

Trotzdem schien es ihm, als ob die grauenerregenden, ekelhaften Finger stetig näher kämen. Abwechselnd winkelte er die Beine an, um außer Reichweite zu bleiben. Sein schweres Keuchen vermischte sich mit den widerlichen Lauten der Zombies. Die Untoten stöhnten gierig und pressten sich mit ihrem ganzem Gewicht gegen die Leiter.

Kellermann spürte, dass er nicht mehr konnte. Seine Finger schmerzten und beide Arme zitterten vor Anstrengung. Das empfindliche Gleichgewicht geriet ins Wanken.

Das war´s also, dachte er ernüchtert.

 

Hinweis: Alle Bände der ZOMBIEKALYPSE NOW können unabhängig voneinander gelesen werden.

 

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