Autor: Marina A. Zimmermann

Genre: Romance

Format: E-Book, Taschenbuch

Verlag: Telegonos

 

 

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Klappentext:

 

Céline hatte immer angenommen, dass Zeit für sie keine Rolle spielt. Doch eines Tages fühlt sie sich im Labyrinth ihrer eigenen Gefühle gefangen. Die Leichtigkeit ihres unbeschwerten Daseins bekommt einen tiefen Einschnitt, als sie unerwartet schwanger wird. Ihr Leben wird dadurch komplizierter, als sie sich es hätte vorstellen können.
Auch André lebt im Augenblick, kennt keine Vergangenheit und sucht keine Zukunft. Mit Celiné führt er eine ständige On-Off-Beziehung, doch eines Tages flüchtet er bis ans andere Ende der Welt.
Jesko, ein Adliger und Studienfreund von Celiné sieht seine Chance gekommen. Seine Familie ist vom Aussterben bedroht, seit mysteriöse Todesfälle auf dem Schloss kursieren.
Kann Céline die Fürstenfamilie retten oder wird sie ihre eigene Liebe in Sicherheit bringen?

Leseprobe:

 

André saß auf der Terrasse und blickte in den frühen Abend, ohne das frische Grün seines gepflegten Gartens zu beachten. Er sah keinen leeren Rasen vor seinen Augen. Er sah ein kleines Mädchen, das dort spielte. Sie sprang den bunten Schmetterlingen nach und suchte ihre Fantasie zwischen den Grashalmen. André hörte ihr fröhliches Lachen. Sie gluckste vor Freude.

Sein Blick blieb im Netz der Zärtlichkeit hängen. Die rauchende Zigarette verglühte einsam im Aschenbecher.

Warum habe ich nur so weit weg flüchten müssen?

Die untergehende Sonne blendete seine Augen und riss das Bild des kleinen Mädchens mit sich. Langsam stand er auf. Seine Gedanken führten ihn hinüber ins Schlafzimmer. Wie sehr sie sich gegenseitig Leid zufügten war für André nicht mehr nachvollziehbar. Seine Liebe für diese Frau hatte sich schon lange tief in seiner Seele verankert.

Es war kein Selbstmitleid. André lebte viel zu sehr im Jetzt, im Augenblick. Er kannte nur die Gegenwart. In dieser frühen Abendstunde hatte er jedoch mit einigen seiner begangenen Fehler zu kämpfen. Dämonen, die er gerne vertrieb. Mit einem Glas Whiskey oder einem Klavierstück.

Er setzte sich an sein geliebtes Instrument und begann zu spielen. So sanft und zärtlich. So innig und gefühlvoll. Als wollte er seine ganze Fähigkeit zu lieben in diese Melodie hineinbringen. Er spielte für eine Erinnerung, die er nie haben wird. Er spielte für eine Fantasie, die an seiner Seele rüttelte.

"Für Chloé", flüsterte er beinahe andächtig diesen Namen, noch ganz aufgewühlt von seinen Emotionen, und schloss den Deckel über die Tasten.

"Beethoven hatte es für eine Elise geschrieben."

Céline stand im Türrahmen. Ihre Augen waren überschwemmt von Tränen der Rührung.

"Doch niemand hat es bisher so herzzerreißend interpretiert wie du gerade."

André betrachtete die Frau in seinem Haus. Das knöchellange, seidene Nachthemd ließ ihre Figur engelhaft schweben. Die helle Seide gab ihm die Illusion eines überirdischen Wesens. Er kannte den Körper darunter sehr gut, aber in diesem Moment sah er nur den fließenden, wehenden Stoff. Sie hatte sich bewegt und kam auf ihn zu.

Ihre Hände umschlangen seinen Hals. Ihr Mund küsste seine Haare. André war nicht fähig, seinen breiten Klavierstuhl zu verlassen. Er zog ihren Kopf zu sich herunter und setzte ihre zierliche Figur auf seine Knie.

Der Kuss verband die beiden Menschen mit einer nie zuvor gekosteten Zärtlichkeit. Ihre Hände hatten schon lange begonnen, ihn an vergangene Zeiten zu erinnern. An die Augenblicke, in denen ihrer beiden Sinnesrausch die Welt angehalten hatte. Nun umhüllten sie diesen rührenden Moment mit der gefühlvollsten Zärtlichkeit, der sie fähig waren.

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