Interview / RENATE LEHNORT

Trommelwirbel - ein neues Interview ist da! Heute mit der bezaubernden Autorin RENATE LEHNORT, alias ANNA MATTHEO, die schnörkellos und präzise alle noch so seltsamen Fragen beantwortet hat. Vielen Lesern dürften vor allem ihre Psychothriller bekannt sein. Aber das ist noch längst nicht alles, woran ihr Herz hängt und worüber sie schreibt, wie sie im Interview verrät.

 

Nähere Infos zur Autorin und mehrere Lesehäppchen aus aktuellen Werken findet ihr zusätzlich unter "Autoren, Bücher, Leseproben".

 

Viel Spaß beim Interview und herzlichen Dank an Renate! 

Liebe Renate, wie alt warst du, als dein erstes Buch auf den Markt kam?

 

60 Jahre.

 

Ganz abgesehen davon, dass strahlst wie Sonne im Mai - nun ist eindeutig geklärt, dass es nie zu spät ist, seine Träume zu verwirklichen oder etwas Neues zu beginnen. Ich finde das fantastisch. Bist du Verlagsautor oder Selfpublisher?

 

Überzeugter Selfpublisher.

 

Hörst du Musik, während du schreibst und falls ja, welche Richtung?

 

Fallweise, gerne Klassik: Chopin, Tschaikowsky, Mozart, um nur einige zu nennen.

 

Wieviel Zeit hast du für dein aktuelles bzw. letztes Werk benötigt - inklusive Recherche?

 

Vier Monate.

 

Schreibst du einfach drauflos und die Geschichte entwickelt sich oder arbeitest du streng nach einem vorab ausgearbeiteten Skript?

 

Ich habe eine diffuse Geschichte im Kopf, die sich dann während des Schreibens weiterentwickelt.

 

Wo schreibst du bevorzugt (am Schreibtisch, mit dem Laptop auf den Knien im Bett, am Küchentisch o.ä.)?

 

Am Schreibtisch.

 

Auf einer Skala von 1 (keimfrei sauber) bis 10 (gerade noch beherrschbares Chaos): Wie ordentlich sieht es an deinem Arbeitsplatz aus, wenn du in die Tasten hämmerst?

 

3: Ordentlich.

 

Zu welcher Tages- oder Nachtzeit kommen dir für gewöhnlich die besten Ideen?

 

Am Vormittag beim Nordic Walken oder Laufen.

 

Renate durstig bei der Arbeit. Wer ist dein Favorit? Kaffee, Tee, Kakao, Wodka oder nichts von allem?

 

Kaffee und Wasser.

 

Naschst du nebenher?

 

Manchmal, Nüsse.

 

Nüsse gelten als "Brainfood" - ein passender Snack für Autoren. Was ist dir in der Regel lieber: Ein Spaziergang mit deinem Lieblingsmenschen am Meer bzw. im Wald, oder eine fröhliche Party mit Freunden?

 

Ein Spaziergang im Wald.

 

Welchen Stellenwert nimmt der Humor in deinem Leben ein?

 

Einen großen Stellenwert. Ohne Humor ist das Leben nicht ertragbar.

 

Hast du ein oder mehrere Haustiere? Falls ja, was für welche?

 

Ich habe einen kleinen Hund und einen Kater.

 

Wenn du für einen Tag dein Haustier wärst und sprechen könntest, was würdest du Frauchen Renate unbedingt sagen wollen?

 

Spiel öfter mit mir und sitze nicht so oft vor dem Computer.

 

Magst du Gartenarbeit?

 

Nein.

 

Das nenne ich mal eine klare Ansage! :-) Welcher ist dein bevorzugter Kleidungsstil und warum?

 

Sportlich lässig, weil ich jetzt meist zuhause bin. Als ich noch im Berufsleben stand: Businesskleidung. Gehe ich am Abend ins Theater oder Konzert beginnt für mich die Vorbereitung schon im Badezimmer. Kleidung, die zum Anlass passt, ist mir wichtig.

 

Was gibt es Positives über deinen derzeitigen Wohnort zu sagen?

 

Ein ruhiger Ort im Grünen ohne Trubel, ohne viel Verkehr.

 

Was möchtest du deinen Fans mitteilen?

 

Mir ist es wichtig, Qualität, nicht Quantität zu bieten. Rezensionen sind für jeden Autor wichtig, ich freue mich über jede positive Rückmeldung.

 

Was möchtest du deinen Kritikern mitteilen?

 

Kritik nehme ich gerne an, wenn sie sachlich ist. Kritik ist für mich positiv, zeigt sie mir doch, wo es noch etwas zu verbessern gilt.

 

Verrate uns einen oder zwei deiner Lieblingsfilme (nicht Bücher).

 

Ich habe mehrere Lieblingsfilme, wenn ich mich auf zwei beschränken muss: "Von Winde verweht" und  "Der Swimming Pool".

 

In "Vom Winde verweht" spielt Clark Gable die Hauptrolle, in "The Swimming Pool" Alain Delon. Zu ihrer Zeit absolute Frauenlieblinge, die - neben ihrem Aussehen - vor allem durch ihren Charme glänzten. Nehmen wir an, beide würden dich zum Abendessen einladen, aber du dürftest nur einem von ihnen zusagen: Mit wem würdest du essen gehen und warum?

 

Eigentlich sind weder Clark Gable noch Alain Delon mein Typ. Mag eher Richard Gere und als Jungendliche war mein Traummann Rock Hudson. Aber wenn ich mir aussuchen müsste, mit wem ich essen gehe, dann mit Alain Delon. Warum, weil Alain Delon  etwas geheimnisvolles, unergründliches in seinem Wesen hat. Daher würde mich seine Persönlichkeit interessieren.

 

Das kann ich gut nachvollziehen. Was schätzt du an deinen (echten) Freunden am meisten?

 

Ehrlichkeit.

 

Wieso hast du dich vor allem für das Genre "Thriller mit psychologischem Tiefgang und Erotikfaktor" entschieden?

 

Erotik, Liebe, Sex kommt in meinen Romanen vor, weil sie zutiefst menschliche Regungen sind. Psychologischer Tiefgang: Menschen handeln nicht einfach so, es gibt immer einen bestimmten Grund, warum sie so und nicht anders handeln. Warum ist ein Mensch zum Serienmörder geworden, warum zum Alkoholiker oder Narzisst. Diesem "Warum" bin ich auf der Spur, ich möchte meinen Lesern nicht einen Täter präsentieren, ohne zu erklären, warum er zum Täter geworden ist. Immer wieder stellt sich die Frage: Wann wird ein Opfer zum Täter. Recherche ist für mich wichtig, sei es bei meinen Thrillern, sei es bei meinen historischen Romanen. Ein Anspruch an mich ist: Fakten müssen stimmen, egal ob bei der Polizeiarbeit oder bei der Mode im historischen Roman.

 

Welches Projekt steht als nächstes auf dem Programm?

 

Ein Thriller mit dem Thema Pädophilie, Rache. Ich schreibe unter dem offenen Pseudonym Anna Mattheo Thriller, weil ich bei diesen Genre in eine andere Haut schlüpfe.

 

Als Renate Lehnort schreibe ich historische Romane. Der historische Roman "Sinfonie des Teufels" in vier Teilen ist eine Familiensaga, spielt von 1905 bis 1938 und beruht auf wahren historischen, politischen Fakten. Diese Buchreihe liegt mir besonders am Herzen, ich habe mehr als ein Jahr recherchiert, bevor ich sie veröffentlicht habe. Zu diesem Roman hat mich meine Großmutter inspiriert, die mir schon als kleines Kind viel über diese Zeit erzählt hat. Außerdem liebe ich Geschichten sehr, die über mehrere Generationen gehen. Der vierte Band endet mit dem Einmarsch Hitlers, also 1938. In naher Zukunft werde ich den fünften Band schreiben, der im 2. Weltkrieg handelt.

 

Wenn du eine Rede vor den Vereinten Nationen halten müsstest, um welches Thema würde es vorrangig gehen?

 

Menschenrechte.

 

Gibt es einen absoluten Lieblingsschriftsteller, der dich mehr als alle anderen beeindruckt bzw. geprägt hat?

 

Nein. Es gibt keinen bestimmten Schriftsteller, ich bewundere einige.

 

Gut, dann nenn uns einfach zwei ...

 

Hennig Mankell und John Grisham.

 

Bitte gib mir einen gut gemeinten Ratschlag fürs Leben.

 

Staune wie ein Kind, denke positiv. Wenn das eine nicht ist, kann das andere nicht sein.

 

Der Ratschlag gefällt mir. So, das war’s auch schon. Ich hoffe, du bist noch wach …

 

Herzlichen Dank! Deine Fragen haben mich dazu gebracht, in mich zu gehen und über mich selbst nachzudenken.

 

Danke für das Kompliment. Würden das nur alle tun, mit denen ich spreche ... :-).

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